Kirchenführer Pfarrkirche St. Dionysius Kirchwald

 

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Ein kurzer Kirchenführer

Mit dem Bau dieser Kirche wurde im Jahre 1906 begonnen, da die alte Kirche aus dem frühen 17. Jahrhundert – sie stand nicht an dieser Stelle, sondern auf dem Friedhof -  zu klein geworden war und wegen Einsturzgefahr geschlossen werden musste.

 

Der Grundstein (Lapis primarius)

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09.07.1906

Die neue Pfarrkirche wurde am 23.06.1908 von Weihbischof

Schrod konsekriert. Die Gedenkplatte befindet sich am Eingang zur

Apsis neben dem Marienaltar.

 

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(„Diese Kirche wurde am 16.09.1907 benediziert durch den hochverehrten

Herrn Weihbischof Karl Schrod aus Trier und am

23.06.1908 konsekriert [geweiht]“)

 

Das Mauerwerk besteht aus heimischem Bruchstein, ist aber wegen des später aufgebrachten Außenputzes nicht mehr zu erkennen, Ecksteine, Tür- und Fenstereinfassungen sind in Tuffstein ausgeführt.

1913 erfolgte die Ausmalung des Innenraums mit farbigen Blatt- und Rankenornamenten und handgemalten figürlichen Darstellungen. Leider wurde bei dem neuen Innenanstrich 1959 die gesamte Ausmalung übertüncht.

 

Nach 1959 folgten umfangreiche Reparatur- und Sanierungsarbeiten (Beseitigung von Feuchtigkeitsschäden, Isolierung, Heizungsanlage, Orgel u. a.). Höhepunkt und Abschluss war die Restaurierung des Innenraums in den Jahren von 2007 bis 2010. Hierbei wurde auch das Fragment des Gemäldes über der Sakristei – der Hl. Dionysius – teilweise freigelegt.

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Mit der Erneuerung des Anstrichs wurde der Innenraum auch optisch neu gestaltet. So zeigt sich das Kirchenschiff heute in hellem Grundton mit dezenter Ausmalung in Pastellfarben. Die Bänder über dem Sockel und unter den Fenstern passen sich harmonisch dem leuchtenden Rot in den Seitenfenstern an und lenken zugleich den Blick auf das Wesentliche einer Kirche – den Altarraum.

 

Die farbigen geometrischen Flächen und Linien in der Apsis lassen den

Hochaltar

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auch optisch hervortreten. Er konnte fast unverändert aus der alten Kirche übernommen werden. Die Figuren und die Farbgebung entsprechen der Bildhauerkunst der flämischen Schule im 17. Jahrhundert, deren Stil von den Eifeler Künstlern übernommen wurde. Das Mittelstück des Altars wird beherrscht von einer Darstellung der Geburt Jesu. Die stilisierte Krippe mit der Heiligen Familie und den betenden Engeln steht in einer Höhle. Über der Höhle hüten Hirten ihre Schafe. Darüber schweben Gott Vater und der Heilige Geist, umgeben von Engeln mit dem Spruchband: „Gloria in excelsis“.

Neben dem Relief stehen links Johannes der Täufer in grobem Gewand und mit dem Lamm Gottes auf einem Buchdeckel, rechts Dionysius, der seinen enthaupteten Kopf auf den Händen trägt.

Über der Krippendarstellung ein Relief mit der Himmelfahrt und Krönung Mariens, daneben die Apostelfürsten Petrus mit dem Himmelsschlüssel und Paulus mit dem Schwert.

Den Altarabschluss bildet Erzengel Michael mit Flammenschwert und Waage. Mit dem Schwert hat er Luzifer vom Himmel gestürzt und mit der Waage urteilt er über Gerechte und Ungerechte.

Die vergoldeten Tafeln unter dem Altartisch zeigen links und rechts das Christus - Monogramm und in der Mitte einen Fisch – das geheime Erkennungszeichen der frühen Christen.

 

Die Kirchenfenster

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Die Fenster im Kirchenschiff bestanden ursprünglich aus gelb getöntem Ornamentglas mit geometrischen Mustern. Sie wurden bei der Renovierung 1977 durch die heutigen hellen Fenster mit den leuchtend roten Streifen ersetzt. Die übrigen Fenster mit den in Blei gefassten Glasmalereien wurden gereinigt, neu verbleit und konnten dadurch im ursprünglichen Zustand erhalten bleiben.

Schaut der Besucher vom Kirchenschiff zum Altarraum, fällt der Blick sofort auf die Glasmalereien der beiden Chorfenster. Das rechte zeigt das Opfer Abrahams mit dem Engel, der Isaak vom Tode rettet. Links ist Mose mit dem Volk Israel beim Einsammeln des Manna-Regens dargestellt. In dem Fenster gegenüber der Sakristeitür erkennt man die alte Kirche auf dem Friedhof. Die Rosette über der Empore trägt in der Mitte den Kopf des Heiligen Dionysius. In dem Fenster der Taufkapelle sehen wir die Taufe Jesu im Jordan durch Johannes den Täufer. 

 

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Im Fenster der Sakristei sind zwei Porträts dargestellt: Der Hl. Friedrich und der Apostel Matthias – als Dank und Erinnerung an den Pastor Matthias Friedrich Girst, der zur Zeit des Kirchenbaus hier Gemeindepfarrer war. 

 

Die Herkunft der einzelnen Heiligenfiguren ist nicht eindeutig zu klären. Sie wurden nach und nach teils erworben, teils gestiftet. So finden Sie neben dem Hochaltar St. Rochus

und St. Barbara, über der Mitteltür St. Aloysius und St. Gerhard.

 

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Über dem Beichtstuhl stehen St. Josef und St. Antonius, und in der Mitte eine Herz-Jesu-Statue. Oben auf dem Marienaltar steht Mutter Anna mit dem Marienkind.

Die Statue des Heiligen Dionysius neben der Kanzel wurde vor Jahren bei Aufräumarbeiten auf dem Speicher des Pfarrhauses gefunden. In den Feldern der Kanzel steht der Name Gottes in hebräischen, griechischen und ägyptischen Schriftzeichen. Das mittlere Feld enthält – in griechischen Buchstaben – die Wörter PHOS = Licht (senkrecht) und ZOE = Leben (waagerecht).

 

Ein besonderes – unsichtbares – Kleinod befindet sich in dem neuen vorgezogenen Altartisch. Er wurde im Anschluss an das zweite Vatikanische Konzil aufgestellt und am 24.08.2008 durch Weihbischof Jörg Michael Peters konsekriert. Hierbei wurde eine Reliquie der Seligen Mutter Rosa, Gründerin des Ordens der Waldbreitbacher Franziskanerinnen BMVA, die am 04.05.2008 seliggesprochen wurde, in den Altartisch eingelassen. Dies ist die erste und bis dato einzige Reliquie, die in dieser Form verehrt wird.

 

Ein Bildnis der Mutter Rosa befindet sich ebenfalls in dieser Kirche, ist aber so angebracht, wie es ihrem Wirken und vor allem ihren letzten Lebensjahren entspricht: bescheiden und am Schluss sogar verborgen und versteckt. So finden Sie ihr Bildnis auch in unserer Kirche nicht im Mittelpunkt, sondern irgendwo ganz hinten! 

 

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Redaktion und Fotos: Emil Daub, Kirchwald – 06.2010

Layout: Willibrord Klaes, Kirchwald

 

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